Das Leben in der Gemeinschaft

Unser Tagesablauf wird von den Gebetszeiten geprägt und soll unser apostolisches Wirken durchdringen und befruchten. So feiern wir gemeinsam mit der Kirche das Stundengebet:
- Laudes - das Morgengebet
- ein kurzes Mittagsgebet
- Vesper - das Abendgebet
- Komplet - mit dem Nachtgebet der Kirche wird der Tag beendet
Ohne eine lebendige persönliche Christusbeziehung ist Ordensleben nicht zu verwirklichen. In der täglichen Betrachtung und Schriftlesung wenden wir uns Christus zu, vertiefen uns in sein Wort und suchen dort die Kraft für unseren alltäglichen Dienst. Die Mitfeier der Eucharistie ist das Herzstück unseres Tages. Ein wesentliches Kennzeichen unseres Ordensleben ist das Leben in Gemeinschaft. Gemeinschaft heißt für uns, dass wir in unserer Verschiedenheit miteinander auf dem Weg sind und in den unterschiedlichen apostolischen Aufgaben unser Charisma, das Vermächtnis unseres Stifters, in die Welt tragen.
Das ist das Schöne am Gemeinschaftsleben: wir sind auf unserem Weg nicht allein. Neben den gemeinsamen Mahlzeiten und den Gebetszeiten feiern wir natürlich auch die Feste des Kirchenjahres und die persönlichen Feste der einzelnen Schwestern miteinander. Während des Tages nehmen wir unsere apostolischen Aufgaben wahr, jede Schwester nach ihren Fähigkeiten und Kräften. Damit alle diesen Dienst gut ausüben können, ist uns eine gute Aus- und Weiterbildung wichtig. Natürlich gibt es auch Erholungszeiten (Rekreation, freier Nachmittag, Urlaub) zur Erneuerung der seelischen und physischen Kräfte.
Bemerkungen zum Leben als Ordensschwester...
Schwester M. Agnes Sindermann, geb. 1924
Wann sind Sie ins Kloster eingetreten?
Mit 23 Jahren
Ein Leben in Gemeinschaft hat sicher Vor- und Nachteile. Welche?
Die Nachteile: Man muss Rücksicht nehmen, das Anderssein, die Eigenart der Mitschwester annehmen und akzeptieren. Außerdem gibt es Einschränkungen bezüglich Zeit und Geld.
Die Vorteile: Das Geborgensein, der Austausch, die Gemeinschaft, in der wir zum gleichen Ziel unterwegs sind.Wohnen in einer kleinen Zelle, Ehelosigkeit, kein eigenes Geld...
Wer im Kloster lebt muss verzichten können. Fällt das schwer?
Für mich ist es kein Verzicht. Es fällt mir nicht schwer, ich fühle mich zu Hause. Auch das Leben in der Gesellschaft, in Ehe und Familie erfordern Rücksichtnahme und Anerkennung der anderen.
Würden Sie wieder ins Kloster eintreten?
Ja. Das Leben im Kloster ist sehr sinnvoll und erfüllend – das war vor 50 Jahren so und das ist es auch heute noch.
Schwester M. Sibylla, geboren 1976 in Polen
Warum sind Sie ins Kloster eingetreten und wollen auch bleiben?
Ich suchte nach dem Sinn meines Lebens und nach einer tiefen Liebe. Beides habe ich endlich im Kloster gefunden.
Warum sind Sie Marienschwester geworden?
Ich wollte einfach nur in eine Ordensgemeinschaft eintreten. Der Name und die Ausrichtung waren mir nicht so wichtig. Heute nach acht Jahren weiß ich, dass die Kongregation der Marienschwestern der richtige Platz für mich ist und ich von Gott in sie geführt wurde. Dafür bin ich sehr dankbar.
Was erwarten Sie von der Gemeinschaft der Marienschwestern und was sind Sie bereit der Gemeinschaft zu geben?
Ich hoffe, dass ich in der Gemeinschaft der Marienschwestern innerlich glücklich werde, meine Berufung realisieren und meine Talente und Interessen entwickeln kann. Dies möchte ich Gott und der Gemeinschaft zur Verfügung stellen.
Ein Leben in Gemeinschaf hat sicher Vor- und Nachteile. Welche sehen Sie?
Ich finde hier Gemeinschaft, die für mich sehr wichtig ist. Sie muss aber auch offen sein für die Menschen mit ihren Anliegen und Problemen und für die Neuerungen in unserer Welt.
Schwester M. Mathildis Hoppe, geboren 1940
Marienschwester sein bedeutet für mich
- Wie Maria die Nähe Gottes erfahren und aus dieser Quelle Kraft und Freude für mein Leben schöpfen
- Die Unverfügbarkeit Gottes spüren, wie Maria glauben lernen und diesen Glauben immer wieder neu einüben
- Hilflos und machtlos unter dem Kreuz stehen und Gott in seiner Unbegreiflichkeit anbeten
- Staunen über das, was Gott Großes an mir getan hat und versuchen, in Liebe darauf zu antworten
- Gott im Hören immer wieder neu wahrnehmen und über mich nach seinem Willen verfügen lassen.